Bei dem ganzen Trubel und dem Beschäftig- und Nie-da-sein,(zu Hause), scheint das nachbarschaftliche Leben ebenfalls verstummt zu sein. Ich erzählte ja bereits, dassder böse Herr M.sich mit Jack wieder vertragen hat, weil alles andere aus meiner Sicht langfristig albern gewesen wäre. Und ich erzählte auch, dass
Herr M. diesbezüglich ganzzahm und sogar
erleichtert(letzter Absatz)war.
Die Gelegenheit für diesen Waffenstillstand war auch günstig, denn Frau
S.(von der hatte ich ja auch schon erzählt), gehört nicht zu den „Aufgebern“. Nein, sie ist mehr eine Kriegstreiberin. Das kann die Sache für Außenstehende gewiss lustig
aussehen lassen. Wären wir z.B. Außenstehende gewesen, wir hätten uns in Grund und Boden gelacht. Jedoch ist das überhaupt nicht leicht, wenn man regelrecht zwischen die Fronten
gerät.
Nun gut, auch wenn ich Herrn M. nach wie vor keinen Millimeter über den Weg traue
empfinde ich es dennoch so, dass er ein Quentchen,(früher
Quäntchen), klüger bzw. lockerer ist,(sein kann), als die alte Hexe Frau W. und die Kriegstreiberin Frau S.
Würde sie , Frau S., das nun lesen, ja, dann würde sie mich foltern. Bei Frau W. ist das
egal. Bei der hat keiner etwas zu verlieren. ;)
Aber wie ich ja schon einst schrieb, kenne ich Frau S. schon seit Kindesbein an. Sie war
ja mein Kindermädchen und alleine aus dieser Zeit weiß ich noch all zu gut, was ihre Methoden sind: Sie fragt aus, sie tratscht und legt einem Sachen in den Mund, die man in Wahrheit niemals
gesagt hat. Als Kind kann man sich natürlich nicht dagegen wehren. Als Erwachsener… auch nicht. xD
Nur Menschen, die sie jahrelang kennen, können mit einem gelassenen Lächeln bestimmte
Geschichten aus ihrem Mund einschätzen.
Ansonsten hat man bei ihr Pech gehabt, denn sie hat das wahrhaftige Talent bestimmte
Ereignisse so glaubhaft darzustellen, eben weil sie es ja selber glaubt, dass man ihr diese ohne großartige Überlegungen abkauft. Na ja, sie glaubt ja auch, dass Jesus die Welt erschaffen hätte und
Adam und Eva die ersten Menschen auf diesem Planeten waren, noch bevor es Dinosaurier und Ähnliches gab.(Evolution existiert in ihrem Sprachschatz nicht).Jedoch erwähnt sie so was leider niemals, wenn es um alltägliche Geschichten geht. Dann würde man sofort auf den Trichter
kommen,*Hey! Diese Frau kann man nicht ernst nehmen. So
what!?*
Trotzdem nichts, worüber man sich aufregen müsste. Herr M. tut es aber immer noch. Tja,
er kennt sie eben noch nicht so, wie wir sie kennen. Aber wir würden niemals auf die Idee kommen, ihm diverse Details zu verraten. Darauf muss er schon selber kommen, hehe.
Aktuelle Geschichte lt. Frau
S.:
A)Vor ca. drei Wochen, an einem Samstag, am recht späten Abend, hätten ungefähr fünf Russen bei Herrn M. geklingelt. Darauf hin gab
es wechselweise lautes Gebrüll und zu guter Letzt vor der Haustüre eine Schlägerei.
Ich frage mich an dieser Stelle: Warum habe ich das nicht mitbekommen? Warum haben das,
in dieser eigentlich recht gesetzten Gegend, die übrigen Anwohner nicht bemerkt? Warum wurde die Polizei nicht gerufen? Weshalb ist sie die Einzige, die das mitbekommen hat? Warum bekommt sie
überhaupt immer alles mit…???
Das sind Fragen, die ich nur ihr stellen könnte, es allerdings lieber unterlassen
sollte. ;)
B)Vergangenes Wochenende klingelte ein Pizzaservice an Frau S. Haustüre, und dass um ca. 22:30 Uhr. Dieser hätte sie aus dem Bett geklingelt. Sie ging also verschlafen an ihre
Haustüre, um dem Unbekannten zu öffnen. Dieser offenbarte ihr, dass ihre Pizza nun angekommen wäre. Sie entgegnete empört, dass sie keine Pizza bestellt hätte. Aber der Pizzamann gar nicht dumm,
hatte sich genau den Namen des Bestellers notiert und hielt ihr den Zettel mit ihrem Nachnamen vor die Nase. Kein Zweifel! Die Pizza sollte für sie sein. Allerdings sollte sie die Pizza auch
bezahlen und das sah sie verständlicherweise nicht ein. Zudem mögen sie und ihr Mann gar keine Pizza. Eine laute Diskussion zwischen Frau S. und dem Pizzamann war vorprogrammiert. Aber noch bevor
diese Diskussion ihren Höhepunkt erreichen konnte, trabte da ein Herr M. an. Angeblich mit den Worten: „Das ist meine Pizza. Ich habe sie bestellt.“ Sogar das Geld hielt er schon in Händen und
streckte es dem Pizzamann entgegen, welcher verdutzt fragte, „Warum haben Sie denn auf den Namen S. bestellt und nicht auf den Namen M.?“ Aber das wollte er nicht so recht beantworten, bezahlte
wortlos die Pizza und zog damit von Dannen. So erzählte es mir Frau S., die mich leider nach meinem Feierabend, noch gar nicht richtig zu Hause
angekommen, abpassen konnte. Ich überlegte wirklich ganz kurz, ob ich dazu etwas sagen sollte, aber ich entschloss mich für ein harmloses, „Na so was.“, und ein, „Hihi.“. Ich glaube ein „Hmhm“, war
auch dabei, aber ich möchte es jetzt nicht beschwören.^^ Viel muss man dazu auch nicht sagen, denn wenn man einfach mal nichts sagt, redet sie schon von
alleine weiter. Sie vermutet also, nein, sie ist sich sicher, dass Herr M. sie damit ärgern wollte. Ja! Er hat einfach, nur um sie zu ärgern eine Pizza auf ihren Namen bestellt und sich insgeheim
ins Fäustchen gelacht. Nun frage ich mich wieder an dieser Stelle: Warum kam er dann um die Ecke gelatscht um die Ganze Sache richtig zu stellen und
obendrein diese Pizza zu bezahlen? Auch hier entschloss ich mich dazu, Frau S. nicht mit dieser Frage zu überfordern. Meine Mutter tat es allerdings zwei Tage später. Folglich wird jetzt vermutet,
dass Herr M. keine Pizza mehr auf seinen Namen ausgeliefert bekommt. Das könnte natürlich sein. Warum auch immer…
Lustig war diese Aktion dennoch vom Hörensagen.
Wäre auch schön gewesen, ob des Hausfriedens, wenn es dabei geblieben wäre. Aber Frau S. ist ja bekannt dafür, dass sie keine Ruhe
geben kann. Also rief sie so gleich den Vermieter am nächsten Tag an, um Herrn M. wegen dieser Pizzageschichte zu verpetzen. Ja, auf diese Tat war sie mal wieder stolz. Ich wies meine Mutter,
einfach mal so interessehalber an, Frau S. zu fragen, was der Vermieter, Herr G., am Telefon dazu sagte. Noch interessanter war für
mich dann, was Frau S. diesbezüglich zu berichten hatte: „Er schüttelte mit dem Kopf.“ ;)
Eigentlich wollte ich mich bei diesem Blog- und Rankthema gar nicht erst zu
Wort melden denn, ich kann ja eigentlich eh nicht mitreden. xD
Aber offensichtlich, scheinen sich super viele hier über die neuen Sitten
aufzuregen. O.k., ich hatte auch irgendwann – ganz am Anfang- einen für mich relativ guten Blogrank, wäre allerdings niemals auf die Idee gekommen auf Kohle zu spekulieren. Natürlich
kann ich aber die Leute verstehen die es tun. Das finde ich total in Ordnung.
Ich für mich bin es einfach nur nicht gewohnt. Seit ich blogge, blogge ich
eigentlich im Durchschnitt viel, (früher selbstverständlich wesentlich mehr… heute komme ich kaum noch dazu). Und auf einer anderen Seite hatte ich sogar mal Platz zwei erreicht. Dennoch
gab es dafür kein Geld. Der Bonus dabei war eigentlich mehr die Motivation, die relativ interessierte und feste Leserschaft und die Anteilnahme anhand von Kommentaren.
Klar, irgendwann brach das Ganze ein. Das Blogklima ging den Bach herunter weil
sich irgendwelche Leute anfingen fürchterlich zu zanken. Damit hatte ich persönlich eigentlich weniger zu tun, allerdings reicht meistens schon EIN faules Ei und alles ist von heute auf morgen
dahin.
Vielleicht kann ich das tatsächlich nicht so gut beurteilen und vielleicht
werden wohl eher wenige Leute hier meine Ansicht teilen aber, es sollte am Bloggen überwiegend ein anderes Interesse verborgen liegen, als der Status oder die Bezahlung. Selbst wenn eines Tages
Werbung in einem Blog gesehen wird, für die man kein Geld mehr bekommt… Es ist und bleibt der eigene Blog und die Leute die ihn zum Beispiel ganz sicher lesen und kommentieren. Letzt endlich muss
da jeder seine eigenen Konsequenzen ziehen, klar. Aber es wäre doch schade, wenn das allgemeine Blogklima an so einem Kindergeburtstag scheitern würde.
Im Endeffekt kann man auch die Plattform zum Bloggen so oft wechseln wie man
will. Man wird letztendlich immer etwas finden, was einem und dann automatisch mehreren wieder mal nicht mundet, was dann wiederum erneuten Anlass dazu gibt weiter zu ziehen, um einen neuen Blog
irgendwo anders zu eröffnen.
Auch bei uns im Institut gibt es –wer hätte es gedacht- Unterrichtspausen. Weil
mich der Großteil aller Menschen nervt und ich mich darum lieber fern von Quasselstrippen oder sonstigem erhole, verbringe ich meine Pausen nun am Hinterausgang. Wahrscheinlich ist das bloß pure
Einbildung, aber irgendwie scheint dort auch die Luft viel besser zu sein. xD
Aber was auf jeden Fall dort hinten besser ist, sind die Ereignisse die sich
dort abspielen. Ok, man muss schon dabei gewesen sein, ob der Situationskomik, um einiges vom Lustigkeitsfaktor her nachvollziehen zu können. Aber dennoch war letzteres Geschehnis für mich so
lustig, dass ich es einfach mal erwähnen will.
Seit einiger Zeit läuft da eine Dame herum, die offensichtlich einer streng
organisierten islamischen Glaubensrichtung angehört. Das eindeutigste Indiz dafür wäre ihre Kleidung, denn ein Kopftuch reicht da anscheinend nicht mehr aus. Sie ist von oben bis unten mit einem
schwarzen Schleier komplett eingehüllt und von ihrem Gesicht sieht man absolut nichts, außer ihre Augen vielleicht, (bei genauem Hinsehen)!
Ich gebe zu, ich habe mich zunächst, als ich sie das erste Mal sah, unglaublich
erschrocken. So etwas hatte ich bisher nur im Fernsehen oder auf Bildern gesehen.
Da kommt man sich bisweilen schon ein wenig schäbig vor, weil man aus dem
Starren nicht mehr heraus kommt. Man muss sich schon dazu zwingen nicht immer dort hinzugucken. Ist halt wie ein Unfall: Man will eigentlich gar nicht hingucken, aber man muss es
doch.
Ich scheine da aber nicht die Einzige zu sein der es so geht. Wenn man so
einige Situationen beobachtet, sobald sie auftaucht, gucken irgendwie alle.
Kürzlich überquerte sie mal wieder die Straße vor unserem Institut. Ein
Fahrradfahrer kam ihr entgegen. Es handelte sich dabei um einen älteren Herrn. Naja, es war ein Opa. xD
Er fuhr ohnehin schon mit recht langsamem Tempo die Straße entlang, aber als
auch er sie sah, wurde er noch langsamer. Dann fuhr er dichter an sie heran und krächzte:
„Wir sind hier in deutschland!!!“
Daraufhin konterte sie gekonnt mit piepsender Stimme: „halt die klappe!“
Als wenn die Situation nicht ohnehin schon so lustig gewesen wäre, wiederholte
sich das Ganze noch einmal. Der alte Mann trat wieder etwas kräftiger in seine Pedalen und krächzte nun abermals etwas lauter in ihre Richtung:
„wir sind hier in deutsch – land !!!“
Sie wieder, mit genau der gleichen Tonart: „halt die klappe!“,
und dieses wiederum unglaublich schnell ausgesprochen. Hm, als ob es auf
Tonband aufgenommen gewesen wäre und sie einfach nur den Knopf für diese Antwort gedrückt hätte. Überhaupt schien das ganze Spektakel von den beiden so einstudiert zu sein, was das alles so
witzig machte.
Naja, das Ende vom Lied war dann halt, dass der Opa von Dannen fuhr und sie in
ihren Bus einstieg, während wir uns zu dritt die Bäuche vor Lachen hielten.^^
Und das ist mein Vater derzeit. Nach diversen Erzählungen, die ja auch hier innerhalb des Blogs meinerseits statt fanden was
unseren reifenstechenden Nachbarn Herrn M. betrifft, setzt nun sein Beschützerinstinkt ein. Normalerweise spiele ich nicht die heulende Petze, die bei jedem Bisschen zu ihrem Vater rennt.
Eigentlich tat ich das auch dieses Mal nicht. Er will sich von selber einmischen. Allerdings kann er das schlecht ohne meine Erlaubnis und die habe ich ihm gegeben.
Dabei geht es bloß indirekt um Herrn M. Viel mehr möchte er sich an unseren Vermieter wenden der ja immer bloß zu allem sagt,
„Ja, das ist ja alles ganz furchtbar für Sie, aber da kann ich leider nichts machen. Ich bin ja nie dabei. Ich warte jetzt einfach mal das Gerichtsurteil ab. Außerdem bezahlt Herr M. ja auch
immer pünktlich seine Miete und kümmert sich um die Anlage und um seinen Garten.“
Um die Gartenanlage des Hauses kümmern wir uns selbstredend alle und genauso verhält es sich mit der Miete, welche wir natürlich Alle pünktlich
zahlen. Was uns jedoch von Herrn M. unterscheidet ist, dass wir keine Unruhe stiften, nichts mutwillig beschädigen, oder sonst irgendwie unangenehm auffallen. Herrn G., unserem Vermieter, ist das
natürlich alles klar und er weiß auch das es falsch ist Herrn M. mit all dem durchkommen zu lassen. Kürzlich gab er, Herr G., selber zu, dass er ihm wenigstens eine Abmahnung hätte schicken
können. Aber das tat er ja nicht, weil er sich ja Sooo sehr wünscht, dass wir uns alle vertragen. Wenn man mich fragt, scheint dass ein recht
unrealistischer Wunsch zu sein. Die Leute im Ort äußern sich da wieder ganz anders, denn sie kennen Herrn G. sowohl als Vermieter, als auch als Privatmenschen und Familienvater. Angeblich soll er
ein kleines Weichei sein. Ok, das glaube ich unbesehen. Genug gesprochen haben wir ja mit ihm. Mittlerweile kann man das wohl beurteilen. Ansonsten soll er aber auch dafür bekannt sein, dass er
ein richtiger Pfennigfuchser sei. Wobei das wiederum verständlich ist. Er lebt von seiner Miete. Da geraten seine Privatkonten natürlich in enorm rote Zahlen, sollte nur ein Mietertrag ausfallen.
Und offensichtlich zögert er deshalb uns vor jemanden wie Herrn M. zu beschützen und sich mal für uns einzusetzen.
Ich ärgere mich schon lange nicht mehr darüber. Für mich ist die Sache abgeharkt. Da diese Wohnsituation sowieso eine
vorübergehende ist, kann es mir auch mehr als wumpe, auf Deutsch gesagt, „scheiß egal“, sein. Immerhin kann man sagen, dass wir zuvor ein größeres Nachbarschaftsproblem hatten als wir noch in der
Stadt wohnten. Das aktuelle empfinde ich als gar nicht mal so schlimm. Jedoch betont die Kripo immer wieder, dass man solche wie Herrn M. bloß nicht unterschätzen sollte. Ist mir auch egal.
Ändern kann man da sowieso nichts dran. Wenn er uns etwas antun möchte, dann kann er das ungehindert tun.
Mein Vater ist allerdings nun der Meinung, dass das Verhalten des Vermieters, was ja keines ist, als unterlassene Hilfeleistung
zu bezeichnet ist. Das Gleiche erwähnte vor ein paar Wochen ein guter Bekannter von mir, der ja selber praktischerweise als Volljurist tätig ist. Darum bat mein Vater uns ihm die genauen Daten
unseres Vermieters zu übermitteln. Er möchte ihm nun gerne schreiben und ihn darauf aufmerksam machen. Ich weiß zwar nicht was das bringen soll, aber vielleicht hat er ja Erfolg (?)
Es liegt ihm jedenfalls am Herzen und ich kenne die ach so netten Schriebe meines Erzeugers. Ich werde ihm also gleich alles davon per Email zuschicken und ihn dann einfach mal machen lassen.
Sowieso bin ich mir sicher, dass er derzeit mehr Lust auf solch eine Aktion hat als ich zum Beispiel, hehe. Abwarten was passiert…..
Bei Herrn M. handelt es sich um einen frustrierten Russland-Deutschen den es hier in diese doch eher biedere Wohngegend
verschlagen hat. Wo er doch anfangs so nett war, hat er sich nun mehr zu einem Monster entwickelt. Ich nehme an, dass er zu Anfang sogar im Einzelhandel als „Was-weiß-ich-denn“ berufstätig war.
Jedenfalls verließ er noch vor einem Jahr Morgen für Morgen pünktlich das Haus mit einem Lidl-Kittel unter seinem Arm geklemmt. Fragte man ihn was er denn genau beruflich ausüben würde entgegnete
er, dass er Filialleiter bei Lidl sei.
Nun, zu Anfang glaubt man sowas ja unbesehen und verschwendet keinen Gedanken daran jenes in Frage zu stellen. Warum
auch?
Nach ca. einem halben Jahr sah man ihn allerdings nicht mehr Morgen für Morgen pünktlich das Haus verlassen und das bis heute
nicht. Das ist natürlich nicht weiter schlimm. Vermutlich hat er seinen Job verloren. Das kann ja jedem mal passieren, aus welchen Gründen auch immer. Doch irgendwann fing man sich an Sorgen zu
machen, zumal man ja mit ihm selber ganz zu Anfang in relativ gutem Nachbarschaftskontakt stand. Aber ansprechen wollten wir ihn darauf nicht. Wir wollten ja auch nicht zu neugierig sein und
sofern er in dieser Richtung Sorgen gehabt hätte, hätte er es ja jeder Zeit von alleine erzählen können, falls der Wunsch von seiner Seite aufgekommen wäre. Dennoch ist es eine Sache die ziemlich
arg auffällig wurde, denn es war nicht nur so, dass er nicht mehr das Haus verließ, er wirkte auch von Tag zu Tag unausgeglichener und „betrunkener“.
Auch darauf sprach ihn natürlich keiner an. Wäre es ein Freund von mir gewesen, hätte ich es vermutlich getan und außerdem
sagten wir ihm ja mal, dass falls etwas sein sollte, er jeder Zeit bei uns ein offenes Ohr finden würde. So lange das nicht der Fall war blieb es natürlich bei einem freundlichen „Hallo“ und
„Tschüss“.
Jedoch wurden derartige Begrüßungsriten mit der Zeit mehr und mehr eisiger und zum Schluss sogar aggressiv.
Herr und Frau S., (ich erzählte ja bereits von der nervigen Frau S.), stritten sich mit Herrn M. um zerkratzte Autos, (von
seinen zwei Katzen, die es lieben auf Autos herumzuturnen, besonders wenn diese funkel neu sind). So fing es jedenfalls an. Herr M. gelobte den beiden Besserung und Versprach seine Katzen künftig
im Haus zu behalten. Jack und ich hielten uns aus diesen Sachen weites gehend heraus. Ab und zu bat uns Herr S. darum, ihm unsere Digi-Cam auszuleihen, damit er ein paar Fotos von den Kratzern
auf seinem Lack aufnehmen konnte. Jedoch sollten diese nicht dazu dienen später mal Schadensansprüche geltend zu machen. Viel mehr wurde diese Aktion durchgeführt um Herrn M. zu beweisen, dass es
seine Katzen waren. Mir persönlich wäre es egal gewesen welche Katze sich nun auf die Autos setzt. Es sind Katzen und Herr M. ist nicht der einzige Mensch in der Gegend der Katzen im Haushalt
führt. Aber das Ehepaar S. ist da ziemlich genau, (besonders sie).
Nun war Herrn M. allerdings auch klar, dass Ehepaar S. und ich uns bereits ziemlich lange kennen und uns familiär gesehen recht
nahe stehen. Dann liegt es selbstverständlich nahe auch eine Wut auf uns zu entwickeln, selbst dann, wenn wir mit alle dem nichts zu tun hatten. Ich versuchte an einem gewissen Punkt zwischen den
beiden Streithähnen zu vermitteln. Wer will schon Nachbarschaftsstreit wegen Lappalien (?) Also wir, (Jack und ich), sicherlich nicht. Die ständigen Schlichtungsversuche scheiterten jedoch
kläglich. Genauso gut hätte ich es auch lassen können. Die zwei Parteien wollten sich einfach auf den Geist gehen und sich immer wieder gegenseitig einen rein würgen.
So kam es dazu, dass es nunmehr nicht länger um irgendwelche Katzen ging, die sich auf unsere Autos hockten. Nein, es ging um
Parkplatzansprüche. Eigentlich wieder so eine lächerliche Sache. Aber das Ganze wurde zu einem richtigen Fight zwischen Ehepaar S. und Herrn M.
Frau S. und Herr M. nahmen sich also ab sofort gegenseitig ihre Parkplätze weg. Um das Ehepaar noch ein wenig mehr zu ärgern,
parkte er zu guter letzt auch auf dem Parkplatz von Herrn S, was ihm später zum Verhängnis werden sollte….rein rechtlich gesehen. Auch bei dieser Angelegenheit hielten wir uns weites gehend
heraus. Wir beschwerten uns bloß einmal „freundlich“ bei Herrn M. da vor unserem Haus wirklich Alles zugeparkt war und wir selber keine
Parkmöglichkeit mehr hatten. Das kam daher, weil Herr M. eine Party feierte und sein Besuch sich auf die Parkplätze stellte. Man muss aber jetzt dazu sagen, dass Herr M. sich aus Eigeninitiative
bei uns dafür entschuldigte und sich erklärte…..auch wenn er zu diesem Zeitpunkt mal wieder stark angetrunken war. Aber egal. Immerhin.
Die Zankerei zwischen Ehepaar S. und Herrn M. bezüglich der Parkplätze, inzwischen insbesondere wegen des Parkplatzes von Herrn
S., nahm jedoch kein Ende. Irgendwann parkte Herr S. das Auto von Herrn M. einfach zu. Klar, Herr M. ärgerte sich unwahrscheinlich darüber. Über alle Maßen sogar und er drohte mit Konsequenzen,
„Du wirst noch dein blaues Wunder erleben!“
Keiner der beiden Seiten war bereit nachzugeben und wir waren indirekt mitten drin. Eines Nachts kam ich, schwer beladen mit
meinem Einkauf, welchen ich irgendwann am Nachmittag erledigt hatte, von der Arbeit zurück. Da erwischte ich Herrn M. dabei, wie er sich an dem Auto von Herrn S. zu schaffen machte. Was er dort
genau machte konnte ich bei diesen Lichtverhältnissen nicht genau erkennen, aber ich konnte erkennen Dass er etwas am Auto machte. Nicht nur ich sah
Herrn M. zu diesem Zeitpunkt. Er sah mich ebenfalls und er sah auch, dass ich ihn sah. Da blieb ihm natürlich nichts anderes übrig als seine Beine in die Hand zu nehmen und abzuhauen. Zunächst
vermutete ich, dass Herr M. evtl. die Luft aus dem Reifen gelassen hätte um Herrn S. eins auszuwischen. Aber so direkt am Reifen, mit meinem Einkauf in den Händen, konnte ich nichts erkennen.
Also ging ich einfach nach Hause um erst einmal den Einkauf abzuladen…mit einem recht mulmigem Gefühl im Bauch, wenn ich ehrlich bin. Ein Teil meines Einkaufes befand sich immer noch im Wagen.
Darum bat ich Jack darum, dass er den Rest für mich holte. Immerhin war ich ja gerade Zeuge von einer vermutlichen Sachbeschädigung geworden. Man kann ja nicht wissen…immerhin hat mich der
Sachbeschädiger Herr M. gesehen, als ich ihn dabei gesehen habe.
Jack holte also den restlichen Einkauf, doch auch er konnte so keinen offensichtlichen Schaden am Auto von Herrn S. erkennen. Um
sicher zu gehen, riefen wir einfach das Ehepaar, -mitten in der Nacht-, an um ihnen von meiner Beobachtung zu erzählen. Natürlich war das zu diesem Zeitpunkt nicht möglich. Sie waren schon lange
am schlafen und hörten das Telefon nicht. Aber sie riefen am nächsten Vormittag bei uns zurück um zu fragen was der Anlass zu solch später Stunde gewesen wäre. Nach dem ich beiden alles davon
erzählte überprüfte Herr S. seine Reifen und tatsächlich: Der Reifen vorne an der Fahrerseite war platt. Und so nahm alles seinen Lauf:
-Anzeige
-Gerichtsverfahren
-Streit und Zank mit einer dicken Portion Hass!!!
Natürlich hasst mich Herr M. unwahrscheinlich dafür, dass ich ihn so mir nichts dir nichts verpetzt habe. Allerdings hatte das
keinen persönlichen Hintergrund. Er hat ganz einfach das Auto beschädigt und das Leben von Herrn S. gefährdet, so wie es später auch von offizieller Seite geheißen hat. Weil Herr M. weiterhin
alles abstreitet und sogar so weit geht zu behaupten, Ich sei eine gekaufte Zeugin, die obendrein ihr eigenes Kind misshandeln und verhungern lassen
würde, musste die Gerichtsverhandlung vertagt werden. Ich habe keine Ahnung wann die zweite statt finden wird. Zum Ärger des Richters kam es obendrein zu keinem Vergleich. Aber wenn ich ehrlich
bin hätte ich mich als Geschädigter mit einem mutwillig verursachten Schaden plus, den dadurch entstandenen Kosten von knapp 1.000 Euronen auch zu keinem Vergleich in Höhe von lächerlichen 300
Euronen einfach so abfinden wollen.
Fakt ist also: Herr M. hat Scheiße gebaut und er will dazu nicht stehen. Damit riskiert er, dass er am Ende doch noch härter
bestraft werden könnte, als ursprünglich angenommen. Durch seinen übertriebenen und wahrlich unkontrollierten Zorn, welchen ich seiner Mentalität zuschreibe, macht er alles nur noch schlimmer.
Ständig fällt ihm etwas ein um sich an uns in irgendeiner Form zu rächen. Entweder er zapft unseren Strom an, oder es ist das Wasser. Er entwendet unsere abgestellten Eigentümer aus dem Schuppen
oder dem Garten. Aber er macht es immerhin so, dass man ihn Dabei dann nicht erwischt. Wir wissen es nur, weil diverse Gegenstände nun in seinem
Garten stehen oder er hin und wieder mit Gartengeräten, welche wir nur zu genau kennen, durch die Gegend läuft. Auch die Lichtkabel eines Fahrrads von Frau S. waren auf einmal durchgeschnitten.
Jenes Fahrrad, welches Herr M. vor einiger Zeit entwendet hatte. Dabei hatte ihn dann Frau S. erwischt und stellte ihn zur Rede. Darauf hin beteuerte er, dass er es nur für eine Fahrradtour
ausleihen wollte. Nur drängt sich mir dabei die Frage auf, warum er Frau S. oder einen von uns nicht ganz einfach gefragt hat. Sicherlich hätte keiner von uns „Nein“ gesagt.
Das sind einfach so die Sachen die unwahrscheinlich nerven. Es fällt dann natürlich schwer derartige Personen auf Dauer zu
verteidigen oder zwischen den Streitparteien zu schlichten und irgendwann will man es auch nicht mehr. Wo wir ursprünglich auf unserer Seite standen, (Jack und ich), stehen wir inzwischen nun auf
der Seite von Herr und Frau S.
Es bleibt uns ja auch nicht viel anderes übrig, denn immerhin bedroht Herr M. uns. Und mit Uns meine ich Jack, Kjartan und meine Wenigkeit.
Die Letzte Drohung fiel vor ein paar Tagen, als wir es wagten ihm zu sagen, dass wir es nicht länger dulden, sofern er unsere
Wasserleitung anzapft nur um uns damit zu ärgern und selber vielleicht ein wenig Geld zu sparen. Bezahlen müssen wir es am Ende und das möchten wir selbstredend auch nicht so gerne.^^
Daraufhin rastete der gute Mann schier aus! Um ehrlich zu sein stammelte er teilweise sogar wirres Zeux. Ich schätze mal, dass
es am Alkoholeinfluss liegt. Das riecht man bei ihm ja schon auf fünf Metern Entfernung. ;)
Vielleicht ist es der Neid (?) Jedenfalls beschimpfte er Jack und mich als Arbeitsloses Pack, obschon bekannt ist, dass wir ein
ziemlich hart arbeitendes Paar sind, das obendrein auch noch ein Kind verpflegt. Klar, dass ich sowas nicht so einfach auf mir sitzen ließ. Eine Rechtfertigung war bei dem Blödsinn den er da
erzählte natürlich nicht angebracht. Also schlug ich ihm ganz einfach eine Alkoholtherapie vor, damit er eines Tages doch mal wieder seiner Arbeit nachgehen könnte. Das machte ihn noch wütender
und er drohte damit, uns das Jugendamt auf den Hals zu schicken. Das brachte mich persönlich zum lachen. Ich lachte ihn aus und es gefiel mir, dass es ihm nicht gefiel. Er sagte dann etwas
gesetzter: „Wenn du eines Tages ganz ohne dein Kind da stehst, dann wirst du schon blöd gucken.“ Danach sagte ich ihm, „Übrigens: Die Wirtschaft in Russland scheint sich immer mehr und mehr zu
erholen. Warum gehst du nicht einfach nach Russland zurück um den Leuten dort auf der Tasche zu liegen?“. Da brach es völlig aus ihm heraus. Er war außer sich und entgegnete zunächst lauthals:
„Wir Russen sind damals nach Deutschland gekommen um hier zu arbeiten, damit Ihr etwas zu fressen habt.“ Ok, eine nettere Wahnvorstellung hat mir
bisweilen noch keiner präsentieren können. Ich lachte ihn wieder aus und wieder wurde er wütend. Er schrie mich an und ich verstand nicht immer genau, was der 25jährige junge Mann versuchte mir
entgegen zu schreien. Vielleicht übertönte mein Lachen auch einiges davon, so dass es nicht möglich war etwas davon zu verstehen. Ich schlug ihm also vor einen Deutschkurs zu besuchen. Wenn man
fließend Deutsch sprechen kann, dann klappt´s auch mit der Arbeitssuche.
„Halt die Fresse du dumme *otze!!!“, schrie er und trat immer näher an mich heran. Wahnsinn! Nun hatte er komplett die Kontrolle
verloren und ich sagte, „Nun ist klar aus welchem Stall du wirklich kommst.“
Jack drohte er zwischendurch immer mal wieder Schläge an, setzte dieses allerdings nicht in die Tat um aus folgender Erkenntnis:
„Wenn ich dir eine reinhaue, dann läufst du doch sowieso zur Polizei.“
Jack, „Davon kannst du ausgehen!“
Herr M. „Ja ja. Das macht ihr Deutschen doch immer so, weil ihr Weicheier seid“, Dann spuckte er Jack ganz lässig ins Gesicht,
dann auf den Boden und zu guter Letzt richtete er das Wort noch einmal an uns beide: „Eines Abends, wenn ihr nach Hause kommt und nicht damit rechnet, dann werde ich zuschlagen. Dann werdet ihr
kalt in der Rinne liegen.“
Was auch immer er damit meinte, es hörte sich nicht gut an. Daher entschlossen wir uns selbstredend zur Polizei zu fahren um
Anzeige zu erstatten. Wahrscheinlich wird nicht viel dabei herum kommen, aber das ist auch nicht unbedingt unsere Absicht. Viel wichtiger ist ja, wenn wirklich etwas durch seine Hand oder seinen
Auftrag passiert, dass diverse Schutzmänner gleich wissen wer dafür verantwortlich zu machen ist. Unseren Sohn bewachen wir natürlich nun wie den eigenen Augapfel. Beruhigend ist dabei die
Tatsache, dass Jack, Kjartan und ich den ganzen Tag nicht zu Hause sind. Es wird für Herrn M. also nicht unbedingt einfach werden uns etwas anzutun.
Mal gucken was aus der aktuellen Anzeige so wird. Ich werde mich nun weiter auf meine Fortbildung konzentrieren und mich, wenn
möglich, mit diesem ganzen Mist nicht länger belasten.^^
Bei Frau S. handelt es sich um die Frau, die mich als Kind in ihren Haushalt nahm. Meine Eltern bezahlten sie dafür. Man
könnte sie somit ehemaliges Kindermädchen nennen. Eigentlich ist sie eine sehr liebe und aufopfernde Person, aber sie gehört nicht zu den verständnisvollsten Menschen dieser Erde. Sie hat
Ansichten eines Backsteins und geht mir oft genug damit tierisch auf die Nerven. Das war als Kind schon so, dass mich das so sehr an ihr störte, bloß konnte ich mich damals dagegen nicht so
wirklich zur Wehr setzen. Heute kann ich es natürlich…..und ich tue es. ;) Selbstverständlich zu ihrem Ärgernis. Ich glaube das ist so etwas, worüber sie sich aktuell am meisten aufregt.
Inzwischen sind wir ja sogar Nachbarn, was das Ganze noch verhärtet. Wir streiten uns wie die Kesselflicker. Wer uns dabei zuhört, der lacht darüber. Während ich vieles dabei ins Lächerliche
ziehe, nimmt sie so ziemlich alles bierernst.
Ich erinnere mich an ein banales Gespräch mit ihr. Da ging es um die Ausbreitung des Menschen und wie sehr die Tierwelt
darunter zu leiden hätte. Zumindest sind das meine Ansichten. Ihr erster Kommentar dazu: „Ach was. Die Tiere haben doch genug Platz. Das sind Tiere. Die finden schon etwas Passendes. Wir Menschen
dagegen können es uns ja nicht aussuchen.“
Hm, ob sie damit Recht hat? Also wenn, dann sicherlich nur teilweise und darum musste ich ihr da leider widersprechen. Das
ist so eine Eigenschaft von mir. Dafür bin ich bekannt. Erstaunlich bei ihr finde ich unterdessen, dass sie immer wieder darauf eingeht.
Ich führte also das Beispiel der Wolfspopulation an, die ja durch den Menschen geradezu ausgerottet wurde. Dieses zu
meinem persönlichen Bedauern. Aber Frau S. sieht das wieder ganz anders: „Ach was!!! Das ist doch gut, dass die Wölfe damals alle abgeschossen wurden. Die haben schließlich reihenweise Menschen
überfallen und Tiere gerissen. Der Mensch hatte schon seine Gründe, warum er das mit dem Wolf gemacht hat und ich bin darüber auch sehr froh. Da müssten wir ja Angst haben und könnten uns in
keinen Wald mehr trauen.“
Nach diesem Satz wären mir fast die Augen aus dem Kopf gefallen. Ich hätte ja nie geahnt, dass sie das so sieht. Das wäre
jedenfalls so der Punkt, ein Gespräch mit Frau S. an dieser Stelle zu beenden. Ich glaube sie kann nichts dafür. Ihre Eltern müssen schuld sein, hehe.
Was sie auch noch gerne macht ist, einen Menschen, egal wie alt dieser nun ist, zu bevormunden. Natürlich betrifft das
auch mich. Allerdings beißt sie sich da bei mir seit Jahren die Zähne aus, was sie auch noch mehr ärgert. Ich glaube es gibt nichts was ich mehr hasse, als bevormundet zu werden. Schon gar nicht
in aller Öffentlichkeit. Wer diesen schweren Fehler begeht, der muss mit Gegenwehr meinerseits rechnen und dass ebenfalls sehr öffentlich. Was ich auch nicht mag ist, wenn Menschen nicht in der
Lage sind ihr Gegenüber einfach mal ausreden zu lassen. Sie zum Beispiel fällt einem ständig ins Wort. Da lasse ich es mir nicht nehmen ihr dann zu sagen, „Es ist eine Unart jemanden nicht
ausreden zu lassen!“ Auf so etwas kommt die gute Frau ja gar nicht klar. Sie ist es von ihrem Umfeld gewohnt, dass jeder sich ihre Art gefallen lässt. Maßregelungen, besonders von einem
wesentlich jüngeren Menschen sind mehr als inakzeptabel.
Manchmal legt sie einem auch Sätze in den Mund, die niemals ausgesprochen wurden oder zumindest nicht so, wie sie es
hinterher darstellt. Dann sage ich üblicherweise zu ihr, „Du musst mal lernen richtig zu zuhören, meine Liebe!“
Um ganz ehrlich zu sein: Das mache ich selber nur um sie zu ärgern und sie vorzuführen. Schließlich kann man Menschen ab
einem gewissen Alter nicht mehr ändern. Sie hat diese Art nun schon so lange, wie ich denken kann. Wahrscheinlich sogar noch länger, denn so lange lebe ich ja noch nicht, als dass ich das
beurteilen könnte. Wenn sie dann ihre eigenen Freunde neben sich sitzen hat, die meine Art so gar nicht begrüßen, dann fühlt sie sich natürlich bestätigt. Jedoch sagen diese es auch erst, nach
dem ich den Raum verlassen habe. Niemals würde mir jemand von ihnen das ins Gesicht sagen. Es gibt nur zwei Wahrscheinlichkeiten warum das so ist: Entweder es sind alles Duckmäuschen die dazu zu
feige sind eine offene Konfrontation anzuzetteln oder, ……es stimmt gar nicht was sie mir erzählt. Könnte doch sein (?) Meine Mutter und ich vermuten das schon fast. Jack im Übrigen auch. Aber wir
lachen mehr über derartige Sachen, als dass wir uns darüber aufregen würden. Nur ist sie dann immer sehr eingeschnappt und kommt lange nicht mit der Sprache heraus. Irgendwann platzt sie aber
dann doch und schimpft mich ganz fürchterlich. Aber das bringt bei mir wohl nichts. Es kommen eh nur Widerworte; Gegenargumentation bis der Arzt kommt und….naja, ich muss dann ganz einfach
lachen. Das mache ich dann natürlich nicht zwangsläufig um sie zu ärgern. Ich lache meistens, weil ich den Inhalt des Gesprächs mehr lächerlich finde. Aber das scheint sie ebenfalls zu
beleidigen.
Wie dem auch sei. Ein Streitgespräch was immer wieder auf den Tisch kommt wäre da die Konfession meines Sohnes…..und auch
die von mir. Wir verfügen nämlich über keine. Nie gehabt und nie gewollt. Ihrer Meinung nach ist es fürchterlich, was ich meinem Sohn damit antun würde. Ich sollte mich der Gesellschaft fügen und
eine Konfession annehmen. Dabei wäre ihr egal ob ich nun die evangelische oder die römisch katholische wählen würde. Aber auf jeden Fall sollte Kjartan getauft werden, damit er in Zukunft von den
anderen Kindern nicht ausgegrenzt werden würde. Abgesehen von ihren guten Absichten, wird mein Sohn keineswegs ausgegrenzt, was ich selbstredend immer wieder betone. Jedoch würde es laut ihrer
Ansicht nach früher oder später so kommen. Und dann wäre ICH schuld. Ja, das nimmt sie alles sehr ernst…
Ich werde natürlich weder mich, noch meinen Sohn taufen lassen nur um ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft zu
werden. Das weiß sie und das ärgert sie und oft genug frage ich mich: Warum?
Wäre sie jetzt eine sehr gläubige Person, die jeden Sonntagmorgen in die Kirche rennt, dann könnte ich es vielleicht noch
nachvollziehen. Aber dem ist nicht so. Es geht ihr nicht um den Glauben und das wir uns dem fügen. Es geht ihr um gesellschaftliche Probleme die auf meinen Sohn zukommen könnten. Die Kinder
würden ihn jedenfalls eines Tages deshalb hänseln….sagt sie. Meine Antwort darauf, und dass immer wieder: „Ich kann nicht etwas machen, von dem ich nicht überzeugt bin und nicht dahinter
stehe.“
Nun gut. Ich bin ja erwachsen und kann tun und lassen was ich will. Das sieht sie an dieser Stelle dann immer wieder aufs
Neue ein. Aber das muss natürlich noch lange nicht das Beste für Kjartan sein. Damit hat sie Recht. Es muss nicht das Beste für Kjartan sein. Jedoch muss es für ihn auch nicht das Beste bedeuten,
wenn ich ihn für nichts und wieder nichts taufen lassen würde. Ich würde ihn ja eh nicht christlich erziehen. Keiner aus unserer Familie würde das tun, abgesehen von der Allgemeinbildung die
damit zusammenhängt. Das ist ja inzwischen ein wesentlicher Bestandteil unserer Kultur: Der christliche Glaube. Darum entgegne ich ihr dann jedes Mal: „Kjartan ist ein freier Mensch und wird von
mir auch als Freidenker erzogen. Wenn er eines Tages dem christlichen Glauben beitreten will, dann darf er das selbstverständlich tun. Aber erst, wenn er dazu auch in der Lage ist es aus freiem
Willen entscheiden zu können.“
Ich möchte nicht behaupten, dass das unbedingt die optimalste Einstellung ist. Möglicherweise auch nicht. Allerdings ist
es aus meiner Sicht der optimalste Weg und das ist zunächst einmal das Entscheidende, womit Frau S. sich überhaupt nicht anfreunden kann bzw. will.
Aber weil ich weiß, dass sie beispielsweise den Islam so sehr verteufelt, ärgere ich sie damit indem ich lächelnd sage,
„Vielleicht lasse ich uns beide auch ein islamisches Glaubensbekenntnis ablegen.“
Klar, dann ist Holland in Not! All zu oft darf ich das natürlich nicht sagen, sonst bekommt die gute Frau S. noch einen
Herzinfarkt. Das wollen wir ja nicht. Zudem ist kein Wort davon ernst gemeint.
Und trotzdem bereitet es mir großen Spaß sie bei Gelegenheit zu ärgern. Es funktioniert ja auch so gut. xD
:
Es existieren so viele Theorien über mich und es steht jedem frei seine eigene zu entwickeln. Aber so viel sei verraten: Ich gehöre nicht zu den einfachen Menschen.
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