Dienstag, 14. oktober 2008

Bei dem ganzen Trubel und dem Beschäftig- und Nie-da-sein, (zu Hause), scheint das nachbarschaftliche Leben ebenfalls verstummt zu sein. Ich erzählte ja bereits, dass der böse Herr M. sich mit Jack wieder vertragen hat, weil alles andere aus meiner Sicht langfristig albern gewesen wäre. Und ich erzählte auch, dass Herr M. diesbezüglich ganz zahm und sogar erleichtert  (letzter Absatz) war. 


Die Gelegenheit für diesen Waffenstillstand war auch günstig, denn Frau S. (von der hatte ich ja auch schon erzählt), gehört nicht zu den „Aufgebern“. Nein, sie ist mehr eine Kriegstreiberin. Das kann die Sache für Außenstehende gewiss lustig aussehen lassen. Wären wir z.B. Außenstehende gewesen, wir hätten uns in Grund und Boden gelacht. Jedoch ist das überhaupt nicht leicht, wenn man regelrecht zwischen die Fronten gerät.

Nun gut, auch wenn ich Herrn M. nach wie vor keinen Millimeter über den Weg traue empfinde ich es dennoch so, dass er ein Quentchen, (früher Quäntchen), klüger bzw. lockerer ist, (sein kann), als die alte Hexe Frau W. und die Kriegstreiberin Frau S.

Würde sie , Frau S., das nun lesen, ja, dann würde sie mich foltern. Bei Frau W. ist das egal. Bei der hat keiner etwas zu verlieren. ;)


Aber wie ich ja schon einst schrieb, kenne ich Frau S. schon seit Kindesbein an. Sie war ja mein Kindermädchen und alleine aus dieser Zeit weiß ich noch all zu gut, was ihre Methoden sind: Sie fragt aus, sie tratscht und legt einem Sachen in den Mund, die man in Wahrheit niemals gesagt hat. Als Kind kann man sich natürlich nicht dagegen wehren. Als Erwachsener… auch nicht. xD

Nur Menschen, die sie jahrelang kennen, können mit einem gelassenen Lächeln bestimmte Geschichten aus ihrem Mund einschätzen.


Ansonsten hat man bei ihr Pech gehabt, denn sie hat das wahrhaftige Talent bestimmte Ereignisse so glaubhaft darzustellen, eben weil sie es ja selber glaubt, dass man ihr diese ohne großartige Überlegungen abkauft. Na ja, sie glaubt ja auch, dass Jesus die Welt erschaffen hätte und Adam und Eva die ersten Menschen auf diesem Planeten waren, noch bevor es Dinosaurier und Ähnliches gab. (Evolution existiert in ihrem Sprachschatz nicht). Jedoch erwähnt sie so was leider niemals, wenn es um alltägliche Geschichten geht. Dann würde man sofort auf den Trichter kommen, *Hey! Diese Frau kann man nicht ernst nehmen. So what!?*

Trotzdem nichts, worüber man sich aufregen müsste. Herr M. tut es aber immer noch. Tja, er kennt sie eben noch nicht so, wie wir sie kennen. Aber wir würden niemals auf die Idee kommen, ihm diverse Details zu verraten. Darauf muss er schon selber kommen, hehe.



Aktuelle Geschichte lt. Frau S.:

A) Vor ca. drei Wochen, an einem Samstag, am recht späten Abend, hätten ungefähr fünf Russen bei Herrn M. geklingelt. Darauf hin gab es wechselweise lautes Gebrüll und zu guter Letzt vor der Haustüre eine Schlägerei.

Ich frage mich an dieser Stelle: Warum habe ich das nicht mitbekommen? Warum haben das, in dieser eigentlich recht gesetzten Gegend, die übrigen Anwohner nicht bemerkt? Warum wurde die Polizei nicht gerufen? Weshalb ist sie die Einzige, die das mitbekommen hat? Warum bekommt sie überhaupt immer alles mit…???

Das sind Fragen, die ich nur ihr stellen könnte, es allerdings lieber unterlassen sollte. ;)



B) Vergangenes Wochenende klingelte ein Pizzaservice an Frau S. Haustüre, und dass um ca. 22:30 Uhr. Dieser hätte sie aus dem Bett geklingelt. Sie ging also verschlafen an ihre Haustüre, um dem Unbekannten zu öffnen. Dieser offenbarte ihr, dass ihre Pizza nun angekommen wäre. Sie entgegnete empört, dass sie keine Pizza bestellt hätte. Aber der Pizzamann gar nicht dumm, hatte sich genau den Namen des Bestellers notiert und hielt ihr den Zettel mit ihrem Nachnamen vor die Nase. Kein Zweifel! Die Pizza sollte für sie sein. Allerdings sollte sie die Pizza auch bezahlen und das sah sie verständlicherweise nicht ein. Zudem mögen sie und ihr Mann gar keine Pizza. Eine laute Diskussion zwischen Frau S. und dem Pizzamann war vorprogrammiert. Aber noch bevor diese Diskussion ihren Höhepunkt erreichen konnte, trabte da ein Herr M. an. Angeblich mit den Worten: „Das ist meine Pizza. Ich habe sie bestellt.“ Sogar das Geld hielt er schon in Händen und streckte es dem Pizzamann entgegen, welcher verdutzt fragte, „Warum haben Sie denn auf den Namen S. bestellt und nicht auf den Namen M.?“ Aber das wollte er nicht so recht beantworten, bezahlte wortlos die Pizza und zog damit von Dannen.

So erzählte es mir Frau S., die mich leider nach meinem Feierabend, noch gar nicht richtig zu Hause angekommen, abpassen konnte. Ich überlegte wirklich ganz kurz, ob ich dazu etwas sagen sollte, aber ich entschloss mich für ein harmloses, „Na so was.“, und ein, „Hihi.“. Ich glaube ein „Hmhm“, war auch dabei, aber ich möchte es jetzt nicht beschwören.^^

Viel muss man dazu auch nicht sagen, denn wenn man einfach mal nichts sagt, redet sie schon von alleine weiter. Sie vermutet also, nein, sie ist sich sicher, dass Herr M. sie damit ärgern wollte. Ja! Er hat einfach, nur um sie zu ärgern eine Pizza auf ihren Namen bestellt und sich insgeheim ins Fäustchen gelacht.

Nun frage ich mich wieder an dieser Stelle: Warum kam er dann um die Ecke gelatscht um die Ganze Sache richtig zu stellen und obendrein diese Pizza zu bezahlen? Auch hier entschloss ich mich dazu, Frau S. nicht mit dieser Frage zu überfordern. Meine Mutter tat es allerdings zwei Tage später. Folglich wird jetzt vermutet, dass Herr M. keine Pizza mehr auf seinen Namen ausgeliefert bekommt. Das könnte natürlich sein. Warum auch immer…

Lustig war diese Aktion dennoch vom Hörensagen.



Wäre auch schön gewesen, ob des Hausfriedens, wenn es dabei geblieben wäre. Aber Frau S. ist ja bekannt dafür, dass sie keine Ruhe geben kann. Also rief sie so gleich den Vermieter am nächsten Tag an, um Herrn M. wegen dieser Pizzageschichte zu verpetzen. Ja, auf diese Tat war sie mal wieder stolz. Ich wies meine Mutter, einfach mal so interessehalber an, Frau S. zu fragen, was der Vermieter, Herr G., am Telefon dazu sagte. Noch interessanter war für mich dann, was Frau S. diesbezüglich zu berichten hatte: „Er schüttelte mit dem Kopf.“ ;)

von Aada - veröffentlicht in: Tratsch - Community: Lebensalltag
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