Dienstag, 14. oktober 2008
Ich habe mich heute befreien lassen. Gestern Abend ging es mir schon nicht so prächtig,
aber so wie ich normalerweise denke, dachte ich auch gestern, *Ach, ist nicht der Rede wert.*.
Heute Morgen haben wir dann alle drei eine ganze Stunde verschlafen. Für Kjartan und mich überhaupt nicht schlimm. Wir würden es in jedem Fall trotzdem noch pünktlich schaffen. Aber für Jack ist
es, trotz seiner Gleitzeit, gar nicht so super.
Da überlegte ich mir heute in der Früh tatsächlich, ob ich mit dem Kind nicht einfach zu Hause bleiben sollte. Wenn sowieso alles doof ist…
Aber nein. Man kann es ja versuchen. Also lief heute Morgen nach dem hastigen Aufstehen alles wie gehabt. Das Kind wurde untergebracht, der Mann wurde zur Arbeit gefahren und meine Wenigkeit
bewegte sich brav in Richtung der Unterrichträumlichkeiten.
Dort allerdings angekommen, wollte es nicht besser werden. Nein, es wollte schlimmer werden. Aber hey, ich habe immerhin zwei Stunden ausgehalten. Vielleicht hätte ich es auch noch länger
geschafft, wenn der Stundenplan, der zurzeit eine Frechheit ist, viel versprechender gewesen wäre. Nichts gegen den Unterricht und die jeweiligen Gebiete. Aber wenn wichtige Sachen viel zu wenig
werden, wogegen weniger wichtige Sachen gehäuft angeboten werden, kommt einem schon mal das Augenrollen. Allerdings ist das nicht der Grund meiner Abwesenheit. Der Grund ist: Mein Kopf platzt. Das
kündigt er schon seit einer Woche an und ich wollte einfach nicht aufgeben. Jedoch musste ich heute notgedrungen kapitulieren. Er ist eben mächtiger.
Die Sache hat aber einen wesentlichen Vorteil: ich kann mich nun mit Sachen beschäftigen, die viel wichtiger sind, statt mich mit Stoff aufzuhalten, der leichter zu lernen ist und wie schon gesagt,
im Überfluss angeboten wird.
Diese Auffassung teilen wenigstens die meisten Leute. Der Rest sagt eh nie etwas. Nichts sagen ist nicht gut. Dann ändert sich halt auch nichts. Gestern haben wir uns deshalb zwei Dozenten zur
Brust genommen. Es war zwar nicht so tollkühn, wie ich das gerade mit Worten beschreibe, nein, es war vielmehr eine Bitte künftig etwas weniger von dem, aber dafür künftig etwas mehr von dem zu
bekommen. Anscheinend hat diese Bitte Gehör gefunden. Das reale Ergebnis wird sich nächste Woche dann zeigen. Ich entschließe mich erst einmal guter Dinge zu sein und werde mich in der Zwischenzeit
auf eigene Faust mit dem Wichtigsten beschäftigen.
Mein Hausarzt hat mich jetzt erst einmal für zwei Tage krankgeschrieben. Ich bin mir nicht sicher, ob ich diese Krankschreibung wirklich in Anspruch nehmen werde. Für heute werde ich es ganz
sicher… aber morgen… (?)
Je nach dem wie ich mich fühle. Morgen haben wir u. a. auch Unterrichtsstoff, der gar nicht mal so unwichtig ist. Sollte ich mich also morgen immer noch bescheiden fühlen, werde ich mich für vier
popelige Stunden ins Institut schleppen. Ein weiterer Vorteil daran, wie ich finde. Man kann das in Anspruch nehmen, was wirklich wichtig ist. Dem Rest kann man dann an solchen Tagen wahlweise den
Rücken kehren und wieder nach Hause fahren.^^
von Aada
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