Mittwoch, 10. september 2008
Endlich steht mein neuer Rechner in unserer Bude. Ich gebe zu, es hat nun ziemlich lange gedauert und ich scheine hier für die einen oder anderen
Leser mehr oder weniger unter gegangen zu sein. Aber ich war mit dem Kopf in Klammern immer hier, denn Paukstoff hin oder her, ein bisschen Freizeitgeschreibsel muss drin sein. Selbstverständlich
bedeutet das noch immer nicht, dass ich für den Blog ALLES geben können werde. Aber immerhin, man wird wieder etwas von mir hören bzw. lesen.^^
Ansonsten ist natürlich einiges bei mir los gewesen. Der Prüfungsstress rückt immer näher, der Stress mit unserem ganz besonderen Nachbarn wurde bis vor kurzem auch nicht viel besser und zu allem
Überfluss fingen auch noch meine Mutter und ich uns an zu streiten. Das lief auch so ein paar Wochen lang. Wir redeten zwar nicht miteinander, aber selbstverständlich übereinander und keine der
beiden Seiten hatte etwas Gutes zu berichten. Für die nötigen „unerfreulichen“ Infos schickten wir meine Schwester, (Frau L.), hin und her. Ich glaube sie hatte es insgeheim sogar sehr begrüßt,
dass Mutter und ich uns in der Wolle hatten. ;)
Aber der Ärger schien so eine Art Virus gewesen zu sein, der in nächster Umgebung seine Kreise zog. Auch in unserem Kurs merkte man so mit der Zeit eine leicht ansteigende Anspannung. Langsam
scheinen einige in Panik zu geraten oder so. Die Stimmung war jedenfalls nicht die beste. Irgendwann krachte es gewaltig. Und weil ich beispielsweise sowieso immer schon Ärger wie ein Magnet anzog,
knallte es u. a. zwischen mir und einer Kursteilnehmerin. Die Sätze durchfetzten nur so den Raum, flogen so hin und her und Eines ergab das Andere. Jetzt ist natürlich wieder alles gut. Wir haben
uns alle wieder lieb und pauken fleißig miteinander oder jeder für sich. Sogar mein Geburtstag wurde noch so angefeiert. Von meiner Klasse bekam ich ein Ständchen und eine dicke Topfpflanze. Falls
es jemanden interessieren sollte:
Es handelt sich dabei um eine gelbe Zantedeschia, dicht gewachsen mit drei Blüten. Sehr aufmerksam!
Allerdings war der Kursfriede auch erst vor ca. zwei Wochen wieder eingekehrt. Es traf sogar einen Dozenten….und zwar DEN Dozenten…..der Obermackerdozent. Kurzweilig hatte er es sogar ein kleines
bisschen verdient. Seine Art löste eine Welle von Unmut, Resignation und Ärger aus. Da war er bei mir ausgerechnet an der richtigen Adresse. Ich hatte sowieso schon privaten Ärger genug. Dann auch
noch dort, wo ich inzwischen die meiste Zeit meines Lebens verbringe? Und so ungefähr reagierte ich dann auf ihn, was mir hinterher allerdings extrem Leid tat. Darum schaffte ich das Ganze mit
einer simplen Entschuldigung nach einem Stutzerwochenende aus der Welt und erhielt von seiner Seite aus eine fette Portion Selbsterklärung. Auch ihm schien so einiges Leid zu tun. Naja, war
jedenfalls nicht die schlechteste Reaktion von ihm. Immerhin ist er seit dem wie verwandelt. Bei dieser besagten Mitschülerin, (die um einiges älter ist als ich), lief es noch viel einfacher ab.
Nach dem verkrachten Wochenende verhielt sie sich so wie immer, als ob nichts gewesen wäre. Das kam mir zwar am Anfang spanisch vor, weil es ja wirklich ganz derbe gekracht hatte, aber sie scheint
sich tatsächlich wieder eingekriegt zu haben. Ich schob es hinterher auf ihren Lernstress, den damit verbundenen Druck und sah daher keinen Anlass mehr irgendetwas mit ihr in dieser Richtung zu
klären oder ihr nachhaltig etwas übel zu nehmen.
Wie gesagt, ungefähr zwei Wochen später meldete sich mein Geburtstag zu Wort und ich bekam Besuch von meinem Vater und von meiner Schwester, (Frau S.), die ich im Übrigen seit neun Jahren nicht
mehr gesehen hatte. Also der nächste Punkt bei dem sich Stress ankündigte. Ich kenne sie zu gut um zu wissen, dass sie eine verwöhnte Zicke ist, aber wiederum zu wenig um das ganze menschlich immer
so bei ihr einschätzen zu können. Denn eigentlich ist sie eine ganz liebe und umgängliche Person, wenn man es geschafft hat sie zu knacken. Aber die ersten zwei Tage ihrer Anwesenheit sah es ganz
und gar nicht so aus, als könnte man sie knacken. Besonders an meinem Geburtstagsessen nagte das unwahrscheinlich an mir und ich war geradezu hoffnungslos. Wir hatten uns augenscheinlich total
auseinander gelebt. Dabei waren wir doch mal so unzertrennlich. So etwas ist enorm bedauerlich und verletzend. Dafür aber umso erfreulicher, wenn sich am Schluss doch noch herausstellt, dass das
alles unsichere Fassade war und man sich doch gegenseitig eingesteht, dass man sich gewaltig vermisst hat weil man sich eben sehr mag. Allerdings ist es in solchen Fällen eine Unmöglichkeit von
Null auf Hundert hochzufahren. Ich gebe zu, die Beschnupperungsphase war hart, am Schluss jedoch umso herzlicher.
Folglich wieder ein Problem weniger, aber dafür war der Abschied natürlich mal wieder nicht so einfach.
Durch den Besuch meines Vaters und meiner Schwester, (Frau S.), glätten sich auch wie von selbst die Wogen zwischen meiner Mutter und mir. Dennoch habe ich mich dazu entschlossen künftig was sie
angeht etwas auf Abstand zu gehen.
In der Zeit, als ich unfreiwillig ohne Rechner und mehr oder weniger ohne Zugriff auf das Internet leben musste, habe ich natürlich nicht NUR gepaukt wie eine Blöde. Ich habe auch ganz normal mit
Stift und Blatt Tagebuch geschrieben –was ich nebenbei sowieso immer so für mich mache- und folglich sämtliche Ereignisse und einzelne Situationen viel genauer aufgezeichnet habe. Ehrlich gesagt
hatte ich mir schon überlegt das alles hier nachzutragen. Aber ich habe mich dann doch dagegen entschieden. Man muss sich das schließlich so vorstellen: Man schreibt sich den Ärger von der Seele
und da werden dann teilweise auch aus dem ganzen Ärger heraus unfaire Sachen daher geschrieben. Wobei ich mich selbst in meinem Tagebuch doch recht zusammenreiße. Aber egal. Zu gewissen Sachen habe
ich inzwischen, da der Ärger ja nachgelassen hat, eine ganz andere Haltung. Also sehe ich in dem Ganzen keinen Sinn mehr. Was mich allerdings die ganze Zeit am meisten bewegte und ärgerte war zum
Beispiel, dass ausgerechnet jetzt unser Rechner total den Geist aufgeben musste. Da war wirklich absolut gar nichts mehr zu machen. Wenn man auf so ein Teil so was von angewiesen ist, merkt man
erst wie kacke es sein kann ohne sein zu müssen. Oben drauf kam natürlich die Dauerkacksituation mit unserem Nachbarn Herrn M. der einfach keine Ruhe geben kann oder will und dann auch noch der
Stress mit Mutter; Dozent; allgemein gespaltene und dicke Luft im Kurs, da ja alle so unheimlich gestresst sind weil sie sich selber stressen; Fetzerei mit einer Kursteilnehmerin…….
Also irgendwann reicht es einem dann auch mal. Am liebsten hätte ich mich für eine Weile total isoliert eingeigelt. Aber das geht ja nicht. ;)
Wie gesagt, sämtliche Stressfaktoren konnten beseitigt werden. Sogar, wer hätte es gedacht, der Stress mit unserem Nachbarn Herrn M.
Zumindest vorläufig. Ich will ja nicht zu viel versprechen. Jack krallte sich in einer günstigen Minute den werten Herrn und fragte ihn, ob es ihm nicht auch langsam mal zu blöd sei sich wegen
diesem gesamten Blödsinn ständig in die Haare zu bekommen. Herr M. reagierte darauf für meinen Geschmack sehr überraschend. Aber wenigstens mal zum Positiven. Er bedankte sich bei Jack dafür, dass
er den Anfang machte und den ganzen Krach beseitigen wollte. Er hätte auch keine Lust mehr auf den ganzen Quatsch. Darüber hinaus täte ihm alles was er getan hätte unheimlich Leid; die Drohungen;
die Sachbeschädigungen; die Beschimpfungen etc. pp. Wofür er sich auch noch entschuldigte war, –und darüber musste ich im Nachhinein wahrlich lachen-, dass er ab und zu so viel getrunken hätte. Er
sagte natürlich noch viel mehr. Der Mann hatte auf einmal so viel Redebedürfnis, dass Jack so gut wie gar nicht dazwischen kam und irgendwann einfach nur noch den Zuhörer spielte. Unter anderem
erwähnte er glaube ich auch, dass seine Freundin furchtbar geweint hätte, nachdem ich auf ihre blöden Sprüche gekontert hatte. Ganz allgemein - wie ging noch gleich der Spruch? „Hunde die bellen
beißen nicht“, oder so? Würde nach dieser Nachricht zumindest auf diese beiden Pappenheimer zutreffen. Jedenfalls gingen die zwei Männer in Frieden auseinander und das könnte bedeuten, dass wir
auch in diesem Punkt zukünftig Ruhe haben werden, was ja die Wohn- und Lebensqualität ernorm aufbessern könnte, hehe.
So, und weil ich nach der gesamten Zeit jetzt wirklich genug für heute gebrabbelt habe, werde ich mich fürs Erste wieder verabschieden und versuchen so schnell wie möglich neue
Buchstabenanreihungen von mir zu geben.
von Aada
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veröffentlicht in: Privatleben
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