Dienstag, 8. juli 2008

Bei Herrn M. handelt es sich um einen frustrierten Russland-Deutschen den es hier in diese doch eher biedere Wohngegend verschlagen hat. Wo er doch anfangs so nett war, hat er sich nun mehr zu einem Monster entwickelt. Ich nehme an, dass er zu Anfang sogar im Einzelhandel als „Was-weiß-ich-denn“ berufstätig war. Jedenfalls verließ er noch vor einem Jahr Morgen für Morgen pünktlich das Haus mit einem Lidl-Kittel unter seinem Arm geklemmt. Fragte man ihn was er denn genau beruflich ausüben würde entgegnete er, dass er Filialleiter bei Lidl sei.

Nun, zu Anfang glaubt man sowas ja unbesehen und verschwendet keinen Gedanken daran jenes in Frage zu stellen. Warum auch?

Nach ca. einem halben Jahr sah man ihn allerdings nicht mehr Morgen für Morgen pünktlich das Haus verlassen und das bis heute nicht. Das ist natürlich nicht weiter schlimm. Vermutlich hat er seinen Job verloren. Das kann ja jedem mal passieren, aus welchen Gründen auch immer. Doch irgendwann fing man sich an Sorgen zu machen, zumal man ja mit ihm selber ganz zu Anfang in relativ gutem Nachbarschaftskontakt stand. Aber ansprechen wollten wir ihn darauf nicht. Wir wollten ja auch nicht zu neugierig sein und sofern er in dieser Richtung Sorgen gehabt hätte, hätte er es ja jeder Zeit von alleine erzählen können, falls der Wunsch von seiner Seite aufgekommen wäre. Dennoch ist es eine Sache die ziemlich arg auffällig wurde, denn es war nicht nur so, dass er nicht mehr das Haus verließ, er wirkte auch von Tag zu Tag unausgeglichener und „betrunkener“.

Auch darauf sprach ihn natürlich keiner an. Wäre es ein Freund von mir gewesen, hätte ich es vermutlich getan und außerdem sagten wir ihm ja mal, dass falls etwas sein sollte, er jeder Zeit bei uns ein offenes Ohr finden würde. So lange das nicht der Fall war blieb es natürlich bei einem freundlichen „Hallo“ und „Tschüss“.

Jedoch wurden derartige Begrüßungsriten mit der Zeit mehr und mehr eisiger und zum Schluss sogar aggressiv.



Herr und Frau S., (ich erzählte ja bereits von der nervigen Frau S.), stritten sich mit Herrn M. um zerkratzte Autos, (von seinen zwei Katzen, die es lieben auf Autos herumzuturnen, besonders wenn diese funkel neu sind). So fing es jedenfalls an. Herr M. gelobte den beiden Besserung und Versprach seine Katzen künftig im Haus zu behalten. Jack und ich hielten uns aus diesen Sachen weites gehend heraus. Ab und zu bat uns Herr S. darum, ihm unsere Digi-Cam auszuleihen, damit er ein paar Fotos von den Kratzern auf seinem Lack aufnehmen konnte. Jedoch sollten diese nicht dazu dienen später mal Schadensansprüche geltend zu machen. Viel mehr wurde diese Aktion durchgeführt um Herrn M. zu beweisen, dass es seine Katzen waren. Mir persönlich wäre es egal gewesen welche Katze sich nun auf die Autos setzt. Es sind Katzen und Herr M. ist nicht der einzige Mensch in der Gegend der Katzen im Haushalt führt. Aber das Ehepaar S. ist da ziemlich genau, (besonders sie).

 

Nun war Herrn M. allerdings auch klar, dass Ehepaar S. und ich uns bereits ziemlich lange kennen und uns familiär gesehen recht nahe stehen. Dann liegt es selbstverständlich nahe auch eine Wut auf uns zu entwickeln, selbst dann, wenn wir mit alle dem nichts zu tun hatten. Ich versuchte an einem gewissen Punkt zwischen den beiden Streithähnen zu vermitteln. Wer will schon Nachbarschaftsstreit wegen Lappalien (?) Also wir, (Jack und ich), sicherlich nicht. Die ständigen Schlichtungsversuche scheiterten jedoch kläglich. Genauso gut hätte ich es auch lassen können. Die zwei Parteien wollten sich einfach auf den Geist gehen und sich immer wieder gegenseitig einen rein würgen.



 

So kam es dazu, dass es nunmehr nicht länger um irgendwelche Katzen ging, die sich auf unsere Autos hockten. Nein, es ging um Parkplatzansprüche. Eigentlich wieder so eine lächerliche Sache. Aber das Ganze wurde zu einem richtigen Fight zwischen Ehepaar S. und Herrn M.

Frau S. und Herr M. nahmen sich also ab sofort gegenseitig ihre Parkplätze weg. Um das Ehepaar noch ein wenig mehr zu ärgern, parkte er zu guter letzt auch auf dem Parkplatz von Herrn S, was ihm später zum Verhängnis werden sollte….rein rechtlich gesehen. Auch bei dieser Angelegenheit hielten wir uns weites gehend heraus. Wir beschwerten uns bloß einmal „freundlich“ bei Herrn M. da vor unserem Haus wirklich Alles zugeparkt war und wir selber keine Parkmöglichkeit mehr hatten. Das kam daher, weil Herr M. eine Party feierte und sein Besuch sich auf die Parkplätze stellte. Man muss aber jetzt dazu sagen, dass Herr M. sich aus Eigeninitiative bei uns dafür entschuldigte und sich erklärte…..auch wenn er zu diesem Zeitpunkt mal wieder stark angetrunken war. Aber egal. Immerhin.

Die Zankerei zwischen Ehepaar S. und Herrn M. bezüglich der Parkplätze, inzwischen insbesondere wegen des Parkplatzes von Herrn S., nahm jedoch kein Ende. Irgendwann parkte Herr S. das Auto von Herrn M. einfach zu. Klar, Herr M. ärgerte sich unwahrscheinlich darüber. Über alle Maßen sogar und er drohte mit Konsequenzen, „Du wirst noch dein blaues Wunder erleben!“

Keiner der beiden Seiten war bereit nachzugeben und wir waren indirekt mitten drin. Eines Nachts kam ich, schwer beladen mit meinem Einkauf, welchen ich irgendwann am Nachmittag erledigt hatte, von der Arbeit zurück. Da erwischte ich Herrn M. dabei, wie er sich an dem Auto von Herrn S. zu schaffen machte. Was er dort genau machte konnte ich bei diesen Lichtverhältnissen nicht genau erkennen, aber ich konnte erkennen Dass er etwas am Auto machte. Nicht nur ich sah Herrn M. zu diesem Zeitpunkt. Er sah mich ebenfalls und er sah auch, dass ich ihn sah. Da blieb ihm natürlich nichts anderes übrig als seine Beine in die Hand zu nehmen und abzuhauen. Zunächst vermutete ich, dass Herr M. evtl. die Luft aus dem Reifen gelassen hätte um Herrn S. eins auszuwischen. Aber so direkt am Reifen, mit meinem Einkauf in den Händen, konnte ich nichts erkennen. Also ging ich einfach nach Hause um erst einmal den Einkauf abzuladen…mit einem recht mulmigem Gefühl im Bauch, wenn ich ehrlich bin. Ein Teil meines Einkaufes befand sich immer noch im Wagen. Darum bat ich Jack darum, dass er den Rest für mich holte. Immerhin war ich ja gerade Zeuge von einer vermutlichen Sachbeschädigung geworden. Man kann ja nicht wissen…immerhin hat mich der Sachbeschädiger Herr M. gesehen, als ich ihn dabei gesehen habe.

Jack holte also den restlichen Einkauf, doch auch er konnte so keinen offensichtlichen Schaden am Auto von Herrn S. erkennen. Um sicher zu gehen, riefen wir einfach das Ehepaar, -mitten in der Nacht-, an um ihnen von meiner Beobachtung zu erzählen. Natürlich war das zu diesem Zeitpunkt nicht möglich. Sie waren schon lange am schlafen und hörten das Telefon nicht. Aber sie riefen am nächsten Vormittag bei uns zurück um zu fragen was der Anlass zu solch später Stunde gewesen wäre. Nach dem ich beiden alles davon erzählte überprüfte Herr S. seine Reifen und tatsächlich: Der Reifen vorne an der Fahrerseite war platt. Und so nahm alles seinen Lauf:


 

-Anzeige

-Gerichtsverfahren

-Streit und Zank mit einer dicken Portion Hass!!!



 

Natürlich hasst mich Herr M. unwahrscheinlich dafür, dass ich ihn so mir nichts dir nichts verpetzt habe. Allerdings hatte das keinen persönlichen Hintergrund. Er hat ganz einfach das Auto beschädigt und das Leben von Herrn S. gefährdet, so wie es später auch von offizieller Seite geheißen hat. Weil Herr M. weiterhin alles abstreitet und sogar so weit geht zu behaupten, Ich sei eine gekaufte Zeugin, die obendrein ihr eigenes Kind misshandeln und verhungern lassen würde, musste die Gerichtsverhandlung vertagt werden. Ich habe keine Ahnung wann die zweite statt finden wird. Zum Ärger des Richters kam es obendrein zu keinem Vergleich. Aber wenn ich ehrlich bin hätte ich mich als Geschädigter mit einem mutwillig verursachten Schaden plus, den dadurch entstandenen Kosten von knapp 1.000 Euronen auch zu keinem Vergleich in Höhe von lächerlichen 300 Euronen einfach so abfinden wollen.

Fakt ist also: Herr M. hat Scheiße gebaut und er will dazu nicht stehen. Damit riskiert er, dass er am Ende doch noch härter bestraft werden könnte, als ursprünglich angenommen. Durch seinen übertriebenen und wahrlich unkontrollierten Zorn, welchen ich seiner Mentalität zuschreibe, macht er alles nur noch schlimmer. Ständig fällt ihm etwas ein um sich an uns in irgendeiner Form zu rächen. Entweder er zapft unseren Strom an, oder es ist das Wasser. Er entwendet unsere abgestellten Eigentümer aus dem Schuppen oder dem Garten. Aber er macht es immerhin so, dass man ihn Dabei dann nicht erwischt. Wir wissen es nur, weil diverse Gegenstände nun in seinem Garten stehen oder er hin und wieder mit Gartengeräten, welche wir nur zu genau kennen, durch die Gegend läuft. Auch die Lichtkabel eines Fahrrads von Frau S. waren auf einmal durchgeschnitten. Jenes Fahrrad, welches Herr M. vor einiger Zeit entwendet hatte. Dabei hatte ihn dann Frau S. erwischt und stellte ihn zur Rede. Darauf hin beteuerte er, dass er es nur für eine Fahrradtour ausleihen wollte. Nur drängt sich mir dabei die Frage auf, warum er Frau S. oder einen von uns nicht ganz einfach gefragt hat. Sicherlich hätte keiner von uns „Nein“ gesagt.



 

Das sind einfach so die Sachen die unwahrscheinlich nerven. Es fällt dann natürlich schwer derartige Personen auf Dauer zu verteidigen oder zwischen den Streitparteien zu schlichten und irgendwann will man es auch nicht mehr. Wo wir ursprünglich auf unserer Seite standen, (Jack und ich), stehen wir inzwischen nun auf der Seite von Herr und Frau S.

Es bleibt uns ja auch nicht viel anderes übrig, denn immerhin bedroht Herr M. uns. Und mit Uns meine ich Jack, Kjartan und meine Wenigkeit.

Die Letzte Drohung fiel vor ein paar Tagen, als wir es wagten ihm zu sagen, dass wir es nicht länger dulden, sofern er unsere Wasserleitung anzapft nur um uns damit zu ärgern und selber vielleicht ein wenig Geld zu sparen. Bezahlen müssen wir es am Ende und das möchten wir selbstredend auch nicht so gerne.^^

Daraufhin rastete der gute Mann schier aus! Um ehrlich zu sein stammelte er teilweise sogar wirres Zeux. Ich schätze mal, dass es am Alkoholeinfluss liegt. Das riecht man bei ihm ja schon auf fünf Metern Entfernung. ;)

Vielleicht ist es der Neid (?) Jedenfalls beschimpfte er Jack und mich als Arbeitsloses Pack, obschon bekannt ist, dass wir ein ziemlich hart arbeitendes Paar sind, das obendrein auch noch ein Kind verpflegt. Klar, dass ich sowas nicht so einfach auf mir sitzen ließ. Eine Rechtfertigung war bei dem Blödsinn den er da erzählte natürlich nicht angebracht. Also schlug ich ihm ganz einfach eine Alkoholtherapie vor, damit er eines Tages doch mal wieder seiner Arbeit nachgehen könnte. Das machte ihn noch wütender und er drohte damit, uns das Jugendamt auf den Hals zu schicken. Das brachte mich persönlich zum lachen. Ich lachte ihn aus und es gefiel mir, dass es ihm nicht gefiel. Er sagte dann etwas gesetzter: „Wenn du eines Tages ganz ohne dein Kind da stehst, dann wirst du schon blöd gucken.“ Danach sagte ich ihm, „Übrigens: Die Wirtschaft in Russland scheint sich immer mehr und mehr zu erholen. Warum gehst du nicht einfach nach Russland zurück um den Leuten dort auf der Tasche zu liegen?“. Da brach es völlig aus ihm heraus. Er war außer sich und entgegnete zunächst lauthals: „Wir Russen sind damals nach Deutschland gekommen um hier zu arbeiten, damit Ihr etwas zu fressen habt.“ Ok, eine nettere Wahnvorstellung hat mir bisweilen noch keiner präsentieren können. Ich lachte ihn wieder aus und wieder wurde er wütend. Er schrie mich an und ich verstand nicht immer genau, was der 25jährige junge Mann versuchte mir entgegen zu schreien. Vielleicht übertönte mein Lachen auch einiges davon, so dass es nicht möglich war etwas davon zu verstehen. Ich schlug ihm also vor einen Deutschkurs zu besuchen. Wenn man fließend Deutsch sprechen kann, dann klappt´s auch mit der Arbeitssuche.

„Halt die Fresse du dumme *otze!!!“, schrie er und trat immer näher an mich heran. Wahnsinn! Nun hatte er komplett die Kontrolle verloren und ich sagte, „Nun ist klar aus welchem Stall du wirklich kommst.“

Jack drohte er zwischendurch immer mal wieder Schläge an, setzte dieses allerdings nicht in die Tat um aus folgender Erkenntnis: „Wenn ich dir eine reinhaue, dann läufst du doch sowieso zur Polizei.“

Jack, „Davon kannst du ausgehen!“

Herr M. „Ja ja. Das macht ihr Deutschen doch immer so, weil ihr Weicheier seid“, Dann spuckte er Jack ganz lässig ins Gesicht, dann auf den Boden und zu guter Letzt richtete er das Wort noch einmal an uns beide: „Eines Abends, wenn ihr nach Hause kommt und nicht damit rechnet, dann werde ich zuschlagen. Dann werdet ihr kalt in der Rinne liegen.“

Was auch immer er damit meinte, es hörte sich nicht gut an. Daher entschlossen wir uns selbstredend zur Polizei zu fahren um Anzeige zu erstatten. Wahrscheinlich wird nicht viel dabei herum kommen, aber das ist auch nicht unbedingt unsere Absicht. Viel wichtiger ist ja, wenn wirklich etwas durch seine Hand oder seinen Auftrag passiert, dass diverse Schutzmänner gleich wissen wer dafür verantwortlich zu machen ist. Unseren Sohn bewachen wir natürlich nun wie den eigenen Augapfel. Beruhigend ist dabei die Tatsache, dass Jack, Kjartan und ich den ganzen Tag nicht zu Hause sind. Es wird für Herrn M. also nicht unbedingt einfach werden uns etwas anzutun.



Mal gucken was aus der aktuellen Anzeige so wird. Ich werde mich nun weiter auf meine Fortbildung konzentrieren und mich, wenn möglich, mit diesem ganzen Mist nicht länger belasten.^^

von Aada - veröffentlicht in: Tratsch
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